Der Pahnke Verbraucherbeirat – näher dran am Leben 

Charlottenburg, Berlin. Das Wetter zeigt sich unentschlossen an diesem Freitag, es ist kurz nach halb sechs. Wir sitzen in der Küche einer jener Altbauten, die das Straßenbild hier prägen. Auf unserem langen Esstisch aus massiver Eiche stehen Gläser. Wir diskutieren. Es geht um den Alltag, um das, was uns beschäftigt. Die Menschen, die hier miteinander sprechen, könnten unterschiedlicher kaum sein. Kein Lebensentwurf gleicht dem anderen, so zusammenkommen würden sie ohnehin nie. Und das hat Methode. 

Da ist Helene (46), sie arbeitet als Purserette bei einer Fluggesellschaft, verheiratet und Mutter eines Grundschulkindes. Marie dagegen, Single und 36, startet gerade als Projektleiterin voll durch. Während Tim (23), Werkstudent und ebenfalls Single, noch ganz am Anfang steht, kann Harald mit seinen 55 Jahren als Leiter Einkauf einer Baufirma auf viel Erfahrung zurückblicken. Sein Sohn ist lange aus dem Haus, Single ist Willi aber auch. Wohl wieder. Erzieherin Gül (46) wurde in der Türkei geboren, kam in den 80ern nach Deutschland. Sie hat einen Lebensgefährten und drei Kinder, alle noch unter 20. Und da wäre noch Fabian, der 42jährige Vater, selbständiger Künstleragent und freier Arbeitsvermittler, der selbst im Home Office arbeitet, während seine Frau festangestellt ist. Ihre zwei Töchter steuern auf die Pubertät zu. 

Helene, Marie, Tim, Harald, Gül, Fabian. Sechs Menschen, deren Routine wenig gemein hat, die mit dem Begriff Alltag eine andere Bedeutung verbinden. Und doch, das bringt dieses Gespräch nach und nach zu Tage, haben sie alle tief verwurzelt in sich Wünsche und Sehnsüchte, die sie verblüffend eint. In diesem Fall sind das konkret zwei Punkte: Mehr Selbstbestimmtheit und der Wunsch nach mehr echten“ Momenten, auch auf die Gefahr hin, öfter zu scheitern.  

Willkommen im Pahnke Verbraucherbeirat, unserer Idee, näher herankommen an die Menschen, die wir eigentlich erreichen wollen. Also an die Verbraucher, die letztlich die Produkte kaufen, für die wir uns als Markenmacherei stark machen. Oder auch andere.  

Die Installation des Verbraucherbeirats basiert auf einer zentralen Annahme, die wir im Vorfeld trafen: Spannende Insights entstehen häufig aus spontan ablaufenden, aber gut strukturierten Gesprächen, wenn Menschen mit unterschiedlicher Perspektive in einer alltäglichen Situation aufeinandertreffen.  

Und die Ergebnisse geben uns recht: Die Zusammensetzung nach trennscharfen Archetypen, die bewusst unterschiedliche Lebensphasen, -wirklichkeiten und -herausforderungen in einer Gruppe vereint, fördert Diskussionen und die vertiefte Auseinandersetzung mit diversen Sichten und Erlebenswirklichkeiten. Zudem sinkt die Tendenz zu sozial erwünschten Antworten, da man sich nicht in einer Peer-Group beweisen muss, sondern Abweichungen generell zu erwarten sind. Der Unterschied von spezifischen Trends und generellen Strömungen wird in dieser Konstellation besonders deutlich. 

Die Erkenntnisse, die wir aus dem Verbraucherbeirat gewinnen, nehmen Einfluss auf unsere tägliche Arbeit. Aber wir teilen diese auch mit Kunden, oder forschen gezielt auf Kundenwunsch.