Hamburg
Holzweg New Work? 6 Fragen an Stefan Steinrode

Am 1. Februar übernahm Stefan Steinrode die neue Stelle als Geschäftsführer Operations. Im Gespräch mit Pahnke Post verrät er, warum ihn die Aufgabe reizt, was er verändern will und was es mit New Work wirklich auf sich hat

Stefan, was ist Deine Rolle bei der Markenmacherei?

Als „Innenminister“ kümmere ich mich neben den Bereichen Finanzen, Personal, IT und Produktion insbesondere um das Thema „New Work“, über das wir ausführlich sprechen sollten.

Was für einen Background hast Du?

Ich habe einen für meine Generation typischen BWL-Karriereweg eingeschlagen. Auf Bankausbildung und BWL-Studium folgten drei Jahre bei einer internationalen Wirtschaftsprüfungsgesellschaft. Seit 2007 bin ich in der Agenturbranche unterwegs, habe hier diverse Managementaufgaben bei Networks wie auch inhabergeführten Agenturen übernommen. Die letzten fünf Jahre war ich bei der BBDO-Gruppe und habe mich als Geschäftsführer um die beiden digitalen Unternehmen Proximity und Interone gekümmert. Neben der kaufmännischen Verantwortung habe ich mich sehr viel mit Transformationsprozessen und agilen Organisationen beschäftigt.

Warum braucht Pahnke einen Geschäftsführer Operations?

Die Pahnke Markenmacherei wurde vor fast 30 Jahren gegründet und agiert seitdem sehr erfolgreich am Markt. Aber die Herausforderungen aus sich schnell verändernden Umweltbedingungen waren noch nie so groß wie heute. Die Problemstellungen unserer Kunden werden insbesondere durch die Digitalisierung immer komplexer. Traditionelle Organisationsformen und Arbeitsweisen bieten nicht mehr die passenden Rahmenbedingungen, um entsprechende Antworten zu finden. Als Geschäftsführer Operations beschäftige ich mich insbesondere mit folgenden Fragen: Wie müssen wir zukünftig zusammenarbeiten und aufgestellt sein, damit wir die Probleme unserer Kunden lösen können? Welche Arbeitsatmosphäre müssen wir schaffen, damit sich Mitarbeiter aus unterschiedlichen Lebenswelten wohlfühlen? Oder zusammenfassend: Welche Strukturen müssen wir schaffen, um auch die nächsten 30 Jahre erfolgreich zu sein?

Welche Motivation hattest Du für Deinen Wechsel?

Als CFO hatte ich mich bei der BBDO neben dem Bereich Finanzen sehr viel mit den Themen Personal, Organisation und „New Work“ beschäftigt. Die Rolle bei der Pahnke Markenmacherei gibt mir die Möglichkeit, neben der kaufmännischen Verantwortung einen deutlich stärkeren Fokus auf diese Inhalte zu legen. Ich bin davon überzeugt, dass Zahlen immer nur ein Output von inhaltlicher Arbeit sind. Die Pahnke Markenmacherei bietet mir dabei einen größtmöglichen Gestaltungsspielraum.

Was sind aus Deiner Sicht die Haupttreiber für eine positive Agenturkultur?

Kultur lässt sich nicht aktiv steuern. Die Unternehmenskultur ist immer eine Ableitung aus dem Verhalten der Mitarbeiter in einer Organisation. Als Kopfarbeiter wollen wir selbstwirksam arbeiten - gestalten und nicht nur umsetzen. Damit dies möglich wird, bedarf es gerade bei den Führungskräften eines ganz bestimmten Menschenbildes. Prinzipien wie Vertrauen und Verantwortung sind entscheidend. Insofern glaube ich, dass in erster Linie Haltung und Mindset die wichtigsten Faktoren sind, wenn es darum geht, eine Kultur positiv zu beeinflussen. Wer glaubt, „New Work“-Maßnahmen könnten als Programm verordnet werden, um bei der nächsten Mitarbeiterzufriedenheitsumfrage besser abzuschneiden, ist bereits auf dem Holzweg.

Was macht die Pahnke-Genetik aus?

Bei allem was wir tun, geht es um Marken. Ob wir ein neues Produkt kreieren, ein neues Verpackungsdesign gestalten oder eine Kommunikationsidee suchen: Es geht immer um Marken. Durch die Tiefe und Breite in der Beschäftigung mit Marken ist unser Geschäftsmodell irgendwo zwischen einer Unternehmensberatung und einer Werbeagentur angesiedelt. Um dieses breite Feld abzubilden, setzen wir auf Vielfalt. Bei uns arbeiten Menschen aus unterschiedlichsten Lebenswelten. Da ist der 25-jährige Social-Media-Berater und der 60-jährige Stratege. Bei uns arbeiten Menschen aus vielen Nationen. Wir haben außerdem sehr viele Mütter im Unternehmen. Viele Mitarbeiter sind seit mehr als 20 Jahren bei uns und kennen die von ihnen betreuten Marken in- und auswendig. All das macht die Pahnke Markenmacherei zu einem sehr besonderen Unternehmen.